MB-Kritik

Krieg der Königreiche 2011

Comedy, Drama – South Korea

Jung Jin-young
Lee Moon-sik
Ryu Seung-ryong
Je-mun Yun
Woo-seon Seon
Kim Min-sang
Chang-gon Song
Lee Kwang-soo
Shin Jung-keun
Jeon Gi-Gwang
Ryu Seung-su
Kim Ha-neul
Jeong Gyu-su
Jeong Seok-yong
Kang Hyun-joong
Seong-hyeon Ryoo

Inhalt

Korea im 7. Jahrhundert – Die Königreiche Silla, Baekje und Goguryeo streiten um die Vorherrschaft der Halbinsel und führen seit Jahrzehnten gegeneinander einen blutigen wie aussichtlosen Krieg. Dennoch soll nun der große Schlag gegen das größte Reich Goguryeo durchgeführt werden, sodass endlich das Land ebenfalls an die machthungrigen Silla fällt (Once Upon a Time in a Battlefield 2003). Ein Pakt mit den Chinesen indes, soll gar eine gewaltige Streitkraft aufbringen, wodurch General Nam Ge (Ryu Seung-ryong), der militärische Führer von Goguryeo, in die Niederlage gezwungen wird. Dieser allerdings, verschanzt sich mit seinen Truppen in der Festung Pyeongyang, um dem kommenden Sturm abzuwarten. Was folgt ist eine schier endlose Belagerung, bei der eine tödliche Intrige der nächsten folgt. Denn die Generäle von Silla haben bereits weiterführende Pläne…

Kritik

Historische Schlachtenepen haben in Südkorea bereits seit über zehn Jahren einen festen Platz im Kino. Nicht zuletzt, ist dies vor allem Regisseur Jun-ik Lee zu verdanken, der 2003 mit dem humorvollen wie pompösen Once Upon a Time in a Battlefield Zuschauer wie Kritiker gleichermaßen in Südkorea überzeugte. Der Kampf der drei großen, historisch jedoch nur wage belegten, Reiche Silla, Baekje sowie Goguryeo, hält hierbei eine Menge Stoff bereit, der natürlich auch großangelegt inszeniert werden kann. Was folgte waren schließlich, nach dem großem Erfolg, das herausragende Historien-Drama The King and the Clown (2005) sowie der Actionfilm Blades of Blood (2010), der die Popularität von Regisseur Jun-ik Lee noch steigerte. Nun kehrt Jun-ik Lee zurück zu seinen Wurzeln und erzählt mit Krieg der Königreiche – Battlefield of Heroes die Geschichte der streitenden Reiche aus 2003 weiter. Abermals sehr humorvoll, mit einer Menge Slapstick sowie etwas derben und makaberen Wortwitz, und einer gehörigen Portion Action, soll dabei erneut das Kino beben. Dies gilt für Südkorea auch ohne Zweifel, doch für den deutschen Zuschauer wird das Geschichtsepos zuweilen schwere Kost darstellen. Wer sich jedoch auf die ungewöhnliche Erzählung einlässt, bekommt eine fantastische Belagerung serviert sowie eine Menge Humor, der das ein oder andere Mal deutlich zum Lachen animiert.

Allerdings verlangt Regisseur Jun-ik Lee hierbei von seinen Zuschauern anfangs einiges an Ausdauer. Zwar ist Vorwissen nicht unbedingt nötig (ein Blick auf den Vorgänger ist aber angebracht), angesichts einer schnellen Erzählweise sowie keiner Figureneinführung, ist der Start jedoch alles andere als leicht. Wer warum gegen wen kämpft und warum welche Fraktion sich mit der anderen verbündet, bleibt lange unklar. Zudem wird bereits von der ersten Minute an auf einen derben Humor gesetzt, der sich besonders in den vielen Dialogen widerspiegelt. Was folgt ist ein Gag-Feuerwerk bestehend aus Slapstick, Gesprächen sowie einer überdrehten Darstellerleistung, die gerade im Bezuge auf die Thematik scheinbar etwas fehlplatziert wirkt (was besonders bei den wirklich dramatischen Szenen deutlich wird). Da wird mal gesungen, getanzt, Fäkalsprache angewandt oder einfach nur makaberer wie schwarzer Humor gestreut. Ein wenig erinnert dies an das glorreiche Martial-Arts-Abenteuer Kung Fu Hustle von Regisseur Stephen Chow, wenn auch leider nicht jeder Gag zur rechten Zeit zündet oder passend ist. Lässt man sich als Zuschauer indes auf diese Erzählart ein, bekommt man jedoch nach einer Weile einen durchaus spannendes wie spaßiges Schlachtenepos präsentiert, welches gerade von seinem Hauptdarsteller Mun-shik Lee lebt, der als feiger unfreiwilliger Soldat der Shilla-Armee von einer Katastrophe zur nächsten gescheucht wird.

Die Handlung selbst unterdessen, dreht sich vornehmlich um die groß angelegte Belagerung, die so manch eine Überraschung parat hat. So offenbart Regisseur Jun-ik Lee eine passende Optik in Bezug auf die verschiedenen Schlachten und würzt diese immer wieder durch wirklich gelungene Einfälle. Da werden mal Kühe als Ablenkung per Katapult abgeschossen oder Pfeile gar wie Streubomben auf die anstürmenden Feinde eingesetzt. Gerade diese vielen kleinen Scharmützel, die auch von der Choreografie passend sind, präsentieren ein kleines Highlight, welches Mal zum schmunzeln oder staunen einlädt. Trotz Längen (besonders mit einer unpassenden Hochzeit) sowie CGI-Einsatz, gibt es so Action, die hervorragend inszeniert ist. Und gerade das Finale offenbart eine großangelegte Schlacht, welche einen würdigen wie grandiosen Abschluss darstellt. Was letztlich dann noch folgt sind eine Menge Wirrungen, gerade im Bezug auf Freund sowie Feind, die aber weder interessant erscheinen noch unwesentlich die Story vorantreiben. Viel eher lebt hier Krieg der Königreiche von seinem Humor und eben seiner Action, die zwar teils nur solide daher kommt, doch nach einer Weile eine Menge Spaß bereitet, wodurch sich ein Blick für Fans mehr als lohnt.

Fazit

Regisseur Jun-ik Lee offenbart mit dem Geschichtsepos "Krieg der Königreiche" eine durchaus gelungene Action-Komödie, die gerade von seiner ausgeklügelten Belagerung sowie seinem aufgedrehten Hauptdarsteller Mun-shik Lee lebt. Der Rest erscheint dagegen nur solide, weswegen einzig Fans ihren Spaß mit dem Treiben haben werden.

Autor: Thomas Repenning
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