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Buchclub #1: Ready Player One

von Sebastian Pierchalla

Ausblick auf dem Film

Zwar dauert es noch gute 2 Jahre, bis „Ready Player One“ in den Kinos anläuft (geplanter deutscher Starttermin: 29.3.2018), dennoch kann man anhand des Casts und der sonstigen Produktion bereits die ersten Prognosen in den Raum werfen.

Wie bereits mehrfach erwähnt lebt der Roman  in erster Linie von seinem Setting und der damit verbundenen Nostalgie der 80er Jahre. Mit dieser Prämisse im Kopf hätte man vermutlich keinen besseren Regisseur finden können als Steven Spielberg, der als Produzent und Regisseur mit Filmen wie „Indiana Jones“, „E.T.“ „Die Goonies“, „Back to the Future“ und vielen weiteren das Jahrzehnt quasi mitbestimmt hat. Außerdem ist Spielberg ein fantastischer Geschichtenerzähler und auch wenn ich im Vorfeld die Handlung aus „Ready Player One“ kritisiert habe, so kann diese mit der richtigen Inszenierung im Rücken einem Film locker tragen. Apropos Inszenierung, was im Buch so leicht von statten geht wird in der Realität kaum Möglich sein, denn die Chancen eines Studios an die Recht von sämtlichen bekannten Film-, TV-, Literatur-, Comic- und Videospielfranchise zu kommen, erscheint doch ein wenig utopisch.

Glücklicherweise war Warner in den 80er Jahren nicht gerade ein kleiner Fisch im großen Teich, sodass es in dieser Hinsicht schon einmal Entwarnung gibt, vor allem da es im Buch für die Figuren des öfteren darum geht ganze Filme als Protagonisten mitzuspielen. Zwar werden wir so vermutlich nicht den Laserschwert tragenden Klingonen auf Aladins Teppich durch das Königreich Oz fliegen sehen um zusammen mit Peter Dinklage gegen Skeletor zu kämpfen, aber auf jenen Popkulturellen Clusterfuck kann ich gerne verzichten, solange Spielberg es schafft mich in jene Welt eintauchen zu lassen.

Damit verbunden lastet natürlich auch ein enormer Druck auf dem gesamten Projekt, denn der Grad zwischen Bildern, die einem die Kinnlade runter klappen lassen und jenen, die einem nur ein müdes runzeln mit der Stirn entlocken, ist verdammt schmal. Darüber hinaus läuft der Film ebenfalls Gefahr in den gleichen generischen Sci-Fi Look abzudriften, den wir in jüngerer Vergangenheit bereits häufiger gesehen haben und der bis zum Jahre 2018 sicherlich nicht aus der Mode gerät, denn die reale Welt aus „Ready Player One“ beschreibt der Autor in den bekannten grau Tönen, die sich in jeder Zukunftsdystopie die Klinke in die Hand drücken.

Zuletzt möchte ich noch einen Blick auf die Schauspieler werfen. Die Hauptrolle übernimmt der junge Tye Sheridan, der zuletzt in „Scouts vs Zombies“ zu sehen war. Sheridan wird, wie die bisher veröffentlichten restlichen Cast Member ebenfalls, sowohl Wade in der Realität verkörpern, wie auch seinen Online Persona. Diese Entscheidung ist mehr als fragwürdig, denn schließlich spielt das Buch durchgehend mit der Idee, dass Avatar und Mensch völlig frei voneinander sind, vor allem was Aussehen, Geschlecht, Hautfarbe und so weiter angeht. Dies mag bei Wade und Art3mis, gespielt von Olivia Cooke, noch nicht so dramatisch ins Gewicht fallen, wer sich indess die Überraschung nicht nehmen lassen möchte, dem sei geraten sich nicht allzu gründlich mit den weiteren Cast Membern auf ImDB zu befassen.

Persönlich freue ich mich indes auf den Auftritt von Simon Pegg als Oasis Mitgründer Ogden Morrow. Zwar hat selbiger im Buch keine wirklich tragende Rolle, dennoch passt Pegg wie die Faust aufs Auge zu der Figur des zerzausten Spieleentwicklers und als echtes Kind der 80er Jahre dürfte sich der Brite im Film pudelwohl fühlen.

Ob Spielberg den Stoff zu einem flotten Blockbuster umsetzen kann, oder ob das ganze am Ende doch zu konfus und generisch wirkt, werden wir zwar erst in 2 Jahren erfahren, die ersten Anzeichen lassen jedoch auf eine gelungene Umsetzung des Romans schließen, der sowohl Kinogänger wie auch Leser gleichermaßen abholen dürfte.


Das war es nun also mit der ersten Ausgabe vom Buchclub. Anregungen, Ideen und Kritik bitte in den Kommentaren verewigen. In der nächsten Episode widmen wir uns im übrigen Stephen Kings Epos „The Dark Tower“.


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