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"American Horror Story: Hotel" First Look

von Kuehne Kuehne

Ob Spukhaus oder Irrenanstalt, ob Hexenzirkel oder Freaks. Seit mittlerweile 4 Staffeln gruseln sich die Fans von „American Horror Story“. Und der Erfolg der vorherigen Staffeln ließ gar keine andere Möglichkeit zu, als die Serie weiter zu verlängern (Staffel 6 ist bereits schon angekündigt worden). Die Ausgangslage ist prädestiniert dazu. Zwar spielen immer wieder die gleichen Schauspieler mit, aber jedes Mal in anderen Rollen, zu anderen Zeiten in anderen Umgebungen. Vielleicht liegt hier der Erfolg der Serie. Der ständige Wechsel. Selbst wenn ein Szenario die Fans kalt lässt, erfindet sich die Serie immer wieder neu und verschlägt den Zuschauer in neue Horrorszenarien. So nun flimmert die fünfte Staffel, „Hotel“ über die heimischen Fernseher. Grund genug für uns einen Blick auf die ersten zwei Folgen der „American Horror Story: Hotel“ zu werfen und euch einen exklusiven „First Look“ zu präsentieren.

Für viele Fans hat die Serie eindeutig an Qualität verloren. Staffel 3 und 4 konnten nicht wirklich überzeugen. Zwar waren hier immer wieder starke und heftige Szenen zu sehen, jedoch konnte nie das Niveau der ersten oder insbesondere der zweiten Staffel erreicht werden (dies spiegelt nur die Meinung des Autors wieder). Wir lehnen uns nicht so weit aus dem Fenster, um zu sagen, dass Staffel 5 sich mehr an den Erstlingen orientiert. Dafür haben wir einfach bisher zu wenig sehen können. Aber es hat den Anschein, dass viele Fehler und Defizite der letzten Staffeln ausgemerzt worden sind.

Erstmalig in der „American Horror Story“ ist Jessica Lang, quasi das Urgestein der Serie, nicht dabei. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit Evan Peters, Sarah Paulsen, Kathy Bates und vielen weiteren bekannten Gesichtern. Neu dabei, und von vielen Fans misstrauisch betrachtet, ist Lady Gaga. Genau, jene extravagante Lady Gaga, welche in der Vergangenheit eher Liedchen trällerte und nur in kleineren Nebenrollen im Kino zu sehen war. Nun spielt sie die Antagonistin in „Hotel“ (da wir wissen, dass es häufig Änderungen oder plötzliche Wendungen in der Story geben kann, bezieht sich dies auch nur auf die bisherigen Folgen). Jedem Zweifel zum Trotze muss gesagt werden, dass Sie ihre Sache mehr als gut macht. Die Rolle der kaltblütigen Vampirin ist ihr auf den Leib geschrieben. Es fällt ihr nicht schwer die sadistische, jedoch reservierte Vampirin zu spielen. Die Zweifel können, sofern die Qualität weiterhin so bestehen bleibt, getrost vergessen werden. Alle anderen spielen Ihre Rollen routiniert wie eh und je.


Doch was bietet die neue Staffel zusätzlich zu der neuen Hauptdarstellerin? Diesmal verschlägt es die Protagonisten in ein Hotel indem diverse rätselhafte Dinge geschehen. Die meisten der Gäste verlassen dieses Hotel nicht mehr lebend. Doch auch außerhalb der Hotelmauern, macht ein sadistischer Killer Jagd auf all jede, die sich nicht an die 10 Gebote halten. Ok, die Story ist nun wirklich nicht neu oder innovativ. Jedoch wird diese in den ersten beiden Folgen äußerst spannend und interessant erzählt. Auch hier wird wieder mit vielen Rückblenden in die Vergangenheit gearbeitet. Erfreulicherweise hat man aber noch keine Ahnung wohin sich die Geschichte schlussendlich entwickelt. Dies ist insofern positiv, da bei Staffel 3 (Coven) und Staffel 4 (Freakshow), die Richtung relativ schnell zu erkennen war. Zwar haben wir auch eine Ahnung, wie die einzelnen Puzzleteile zusammen hängen, jedoch entzieht sich noch der Sinn des Ganzen. Wir haben es nämlich scheinbar nicht nur mit Vampiren und einem Mörder zu tun. In dem Hotel halten sich noch diverse andere Gestalten auf, welche wir bisher einfach noch nicht einordnen können.

Was ebenfalls positiv auffällt, ist die Antagonistin, da dieser in „Coven“ und „Freakshow“ komplett fehlte. Zwar konnte „Twisty der Clown“ in „Freakshow“ vollends überzeugen, jedoch war die Geschichte um ihn einfach zu schnell erzählt. In „Coven“ wechselten die Antagonisten fast folgenweise. Nach der ersten Begutachtung scheint dies hier etwas anders abzulaufen. Wir haben Antagonisten, welche sich voraussichtlich auch bis zum Ende der Staffel halten werden. Dies ermöglicht auch einen ganz anderen Blickwinkel auf die Bösen und wirkt alles in allem etwas runder.

Auffällig in „Hotel“ sind der Gewaltgrad und der Sex. Im prüden Amerika dürften es einen Aufschrei gegeben haben, da der Grad an Sex schon beachtlich ist. Lady Gaga scheint es zu bevorzugen, nicht in Klamotten gefilmt zu werden. Allzu häufig werden ihre Brüste rein durch ihre Haare oder winzigen Aufklebern auf den Nippeln bedeckt. Auch gibt es reichlich viel Geschlechtsverkehr, welcher aber immer noch Mittel zum Zweck ist. Es passt zur Geschichte und wurde bestimmt nicht wegen seiner Skandalträchtigkeit in den USA eingebaut. Auch in Sachen Gewalt und Brutalität setzt „Hotel“ noch einen oben drauf. Hier spritz das Blut literweise aus den geschundenen Leibern und färbt den Hotelfußboden rot. Eingeschlagene Köpfe und aufgeschlitzte Kehlen sind an der Tagesordnung.

Von der Machart selbst vertrauen die Regisseure auf altbekanntes. Musik, Kameraführung, Farbkontraste passt zu allen Vorgängerstaffeln und vermitteln auch in „Hotel“ wieder einen bedrohlichen Eindruck der Szenerie. Zwar sind diese nicht neu, schaffen es aber immer noch zu überzeugen.

Fazit:

American Horror Story: Hotel“ scheint auf den ersten Blick die Fehler der vergangenen Staffeln behoben zu haben. Für Fans ist „Hotel“ ohnehin ein Muss, doch auch jene, die die Serie vielleicht schon aufgegeben haben, sollten einen Blick riskieren. Man darf gespannt sein, ob die Qualität der ersten Folgen gehalten werden kann.

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