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Vitellone

Kritik von Vitellone

Gesehen: April, 2016

Moviebreaks Filmnacht Nr. 5 – Thema: „Nachtgestalten“

Dan Gilroy entführt seine Zuschauer in die nächtliche Dunkelheit von Los Angeles und damit verbunden auch in die dunklen Abgründe der menschlichen Seele. Lou Bloom (eindringlich: Jack Gyllenhaal) ist ambitioniert, ehrgeizig, skrupellos und soziopathisch veranlagt. Er beginnt eine Karriere als Nightcrawler, ein mit Videokamera und Polizeifunk ausgestattetes Individuum, welches versucht möglichst blutige und spektakuläre Unfälle, Überfälle und Katastrophen auf Video zu bannen und an den meistbietenden Nachrichtensender zu verkaufen. Lous Sensationssucht und Erfolgsgier führen ihn tiefer in den Sumpf aus Kriminalität und so überschreitet er selbst mehr als nur einmal die Grenze der Legalität. Dabei funktioniert der Film in erster Linie als Mediensatire, welche auf brachiale Art die Mechanismen der Nachrichtenwelt freilegt und den darunter liegenden Kern aus selbstsüchtigen Motivationen sichtbar macht. Regisseur Gilroy macht bei seinem Regiedebüt (!) alles richtig indem er erst gar nicht versucht ein Charakterdrama aufzuziehen und es deswegen auch nicht für nötig erachtet seinen Protagonisten zu psychologisieren. Denn dieser Ansatz wäre, bei aller Liebe zu Gyllenhaal, dennoch aufgrund der fehlenden Sympathien zum Hauptcharakter bereits von Beginn an zum Scheitern verurteilt gewesen. Doch als die Grenze zwischen Fiktion und Realität auflösende Kritik an der Medienwelt und damit verbunden auch am allgemeinen Gedankengut des Kapitalismus macht „Nightcrawler“ vieles richtig und so entfaltet der Film trotz oder gerade wegen seiner fehlenden Immersionsfigur eine gleichermaßen abstoßende wie auch anziehende Wirkung.

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