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Eine Künstlerin und Kuratorin unterbricht ihre Karriere und wird zur Hausfrau, um ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen und sich um ihren kleinen Sohn zu kümmern, da ihr Mann häufig geschäftlich unterwegs ist. Sie liebt ihren Sohn innig, aber das bewahrt sie nicht davor, sich isoliert und erschöpft zu fühlen.

Ab dem 24. Januar auf Disney+

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die Eltern unter uns werden es wissen: ein Kind verändert alles, insbesondere das erste. Beschrieben werden dabei in erster Linie die zahlreichen schönen und unvergesslichen Momente im Leben junger Eltern. Dass diese natürlich auch mit diversen Strapazen und Einschränkungen einhergehen, wird in der Regel in Kauf genommen. Schlaflose Nächte, schmutzige Windeln und laufende Rotznasen, allerlei Sorgen und Ängste über das Wohlergehen der Kleinen oder eine oftmals weitestgehende Aufgabe von persönlicher Lebensgestaltung in den ersten Jahren, das gehört nun mal dazu und wiegt trotzdem niemals das Glück einer frischgebackenen Familie auf. Aber was, wenn sich eben jenes „das ist es alles Wert“ Gefühl auch nach längerer Zeit nicht wirklich einstellen will oder schlimmer noch, droht in echte Verzweiflung umzuschwingen?

Die namenlose Protagonistin (einfach nur „Mother“: Amy Adams, Verwünscht Nochmal) ist an diesem Punkt. Sie ist Ende Dreißig und war vor der Geburt ihres nun etwa zwei bis drei jährigen Sohnes Installationskünstlerin, hat sich nach Abwegen der finanziellen Situation dafür entschieden, erstmal „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein, während ihr Mann (auch nur „Husband“: Scoot McNairy, Speak No Evil) weiterhin die Brötchen verdient. Dafür ist er unter der Woche durchgehend auf Geschäftsreisen und sie bleibt mit Kind, Kater und Haushalt allein zurück. Jeder Tag ist ausgefüllt mit der ewig gleichen Routine: nachts kaum ein Auge zubekommen, da der Kleine bis jetzt noch nicht ans eigene Bettchen gewöhnt ist und das allabendliche Einschlafritual ewig dauert, morgens nach dem Frühstück geht es direkt über in die Kinderbespaßung. Dem Müllauto zuwinken, Fingerfarbenmalen, zum Spielplatz oder  - ihr persönlicher Endgegner – zu den „Bücherbabys“, einer Mutter-und-Kleinkind-Gruppe, in der ein notorisch viel zu gut gelaunter, alternativer Gitarren-Hobby-Pädagoge fröhliche Kinderlieder trällert, während euphorische Muttis begeistert mitklatschen. Ihr Kind liebt sie, kein Zweifel, aber nicht das, in was sie sich selbst verwandelt hat. Eine zweckdienliche Schlabber-Klamotten-Mama, Hausmädchen und Wochenend-Ehefrau, die selbst wenn sie es krampfhaft versucht gar keinen Kopf mehr für kreative Gedanken hat.

Was im ersten Moment vielleicht etwas sehr pessimistisch in Bezug auf Elternschaft klingen mag, ist tatsächlich eine sehr berechtigte, keinesfalls seltene und erst recht nicht verwerfliche Darstellung einer absolut nachvollziehbaren Gefühlswelt. Regisseurin und Drehbuchautorin Marielle Heller (Der wunderbare Mr. Rogers) adaptiert den gleichnamigen Roman von Rachel Yoder zunächst als sowohl satirisch angehauchte, aber absolut ernstzunehmende Studie einer Frau, die mit der neuen Rolle schlichtweg unglücklich und ein stückweit auch überfordert ist, auch aufgrund der mangelnden Unterstützung ihres Ehemannes, der zwar für den gemeinsamen Lebensunterhalt sorgt, in den seltenen Momenten daheim aber sich auch lieber die Netter-Daddy-Rosinen rauspickt und gar keine Ahnung hat (oder haben will), wie er seiner Frau tatkräftig unter die Arme greifen kann. Das sich einschleichende, phantastische Element, dass „Mother“ des Nachts langsam eine Transformation zum Hund unterliegt, ist trotz naheliegender Vermutungen kein Body-Horror-Element, sondern soll vermutlich mehr als Metapher für das Streben nach mehr Freiheit und dem verzweifelten Ausbrechen aus den erzwungenen Strukturen darstellen. „Soll“ und „vermutlich“ sind dabei die Stichworte, denn dieses angebliche Hauptthema des Films erweist sich als hohler, platter und komplett substanzloser Verkaufsschlager für eine Geschichte, die ohne diesen Faktor wesentlich besser funktionieren könnte, wenn sich im Gegenzug viel aufrichtiger und vor allem weniger oberflächlich mit dem eigentlichen Kernproblem beschäftigt werden würde.

Zu Beginn mag das ganz gut funktionieren, da der Konflikt sehr real ist und die Umständen sowohl für Eltern als auch für jene, die es noch nicht sind oder vielleicht auch niemals werden wollen sehr nachvollziehbar geschildert wird. Das Einführen der phantastischen Faktors führt zwar zu einer vermeidlichen Sonderstellung (haben andere Filme allerdings schon öfter und oftmals auch viel besser sehr ähnlich umgesetzt), trägt aber rein gar nichts zum eigentlichen Handlungsschwerpunkt bei. Nightbitch ist immer dann gut, wenn er sich völlig losgelöst davon mit echten Konfliktsituationen auseinandersetzt und sie manchmal sogar etwas sarkastisch aufarbeitet, aber bestimmt nicht, wenn er völlig nutzlos irgendwelche pseudo-tiefgründigen Mystery-Gleichnisse durch die Gegend schleudert, die letztlich zu einer völlig profanen Erkenntnis führen sollen: eine Mutter ist immer noch ein eigenständiges Lebewesen und eine Partnerschaft keine Einbahnstraße. Ach was. Die Moral von diesem erstaunlich gehaltlosen Fabel-Versuch ist so offensichtlich und selbstverständlich, das die Frage erlaubt werden darf, wem man das ernsthaft anhand solch einer sinnlosen Rudelbildung „verdeutlichen“ musste. Immerhin: Amy Adams liefert eine wirklich gute Performance ab und wenn man diese – nenne wir es mal gönnerhaft – „Metapher“ weggelassen hätte, wäre das Potential für ein solides Familiendrama zu erkennen. Natürlich auch nur mit einer wesentlich reichhaltigeren Entwicklung, als wir sie hier nach gutem Start am Ende präsentiert bekommen.

Fazit

4.0

Ein netter, auch ambitionierter Versuch, der am Ende des Tages aber seine Prämisse seltsam nutzlos verschleudert bzw. die eigentlich interessanten Aspekte des Films den wirkungslosen unterordnet. Gut gespielt ist das wenigstens und im Grunde wird sich einem durchaus wichtigem und gar nicht mal so oft angesprochenem Thema gewidmet, die Art und Weise ist leider absolut deplatziert und wenig effizient, um nicht zu sagen destruktiv.

Kritik: Jacko Kunze

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Kommentare

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