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Inhalt

Etwas Unheimliches bewegt sich mit schwerem Atem durch die eiskalte Nacht, am Haus der einsam gelegenen isländischen Farm vorbei, hin zum Schafstall. Ergeben harren die Tiere mit sanften Augen ihrem Schicksal. In der frischen Luft des in leuchtende Farben getauchten nächsten Morgen ist von den mysteriösen Geschehnissen allerdings nichts mehr zu ahnen. Wir folgen dem kinderlosen Ehepaar Ingvar und Maria, wie es in stiller Übereinkunft seinen täglichen Pflichten nachgeht: der rauen Natur eine Ernte abringen, Gerätschaften in Stand halten, die Schafe versorgen. Doch irgendwann in diesem routinierten Alltag passiert etwas, was ihr Leben auf immer und mit aller Konsequenz auf den Kopf stellen wird.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

What the fuck is this."

Ganze 50 Minuten dauert es, bis einer der Charaktere diesen Satz in Vladimar Jóhannssons Folklore-Horror Lamb zum ersten Mal ausspricht. Vor dem Hintergrund der eigenwilligen Prämisse mag das reichlich spät erscheinen. Ein kinderloses Paar, das abgeschieden in den Bergen Islands eine Schaffarm betreibt, wird eines Tages Zeugen einer besonderen Geburt: Zwischen all den Lämmern schlüpft plötzlich ein Halb-Mensch, Halb-Lamm Hybrid. Ohne zu zögern nimmt sich das Paar dem Wesen an, tauft es Ada und kümmert sich ab sofort um sie wie um ein eigenes Kind. „Happiness“ nennt Stiefpapa Ingvar das – nur sein Bruder ist von dieser Vorgehensweise reichlich verstört.

Zu Beginn wirkt es fast etwas Komisch, wie gelassen unser Protagonisten-Paar um Noomi Rapace (Prometheus) und Hilmir Snær Guðnason (Gegen den Strom) auf „Ada“ reagiert. Ein Blick auf den Schauplatz der Geschichte klärt diese humoristische Verwirrung aber schnell auf. Vermutlich verknüpft kaum ein anderes Land der Erde die eigene Natur so stark mit Folklore wie das Instagram-Paradies Island. Gestalten wie Trolle, Elfen, Geister oder Feen sind fest mit der Geschichte der Landschaft verbunden, an jeder Ecke lauert eine neue Sage über gestürzte Riesen, die sich in Felsen verwandelt haben oder Feen in grünbewachsenen Hügeln (Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga hatte mit diesen Motiven letztes Jahr beispielsweise eine Menge Spaß). Ein Lamm mit Menschenkörper ist da nur ein weiteres Fabelwesen für die Liste.

Mit Lamb setzt Jóhannsson der dem Land zugrunde liegenden Märchenhaftigkeit nun ein filmisches Denkmal. Gemeinsam mit seinem Kamerateam fängt er die atemberaubende Landschaft Islands gekonnt zwischen Realität und Fiktion ein und entwickelt dabei eine greifbare, tief mystische Atmosphäre, die die Naturverbundenheit der Figuren mit der Verbundenheit zum Übernatürlichen wirklich fühlbar macht. Diese Landschaft ist der eigentliche Star des Films, knapp hinter einem besonders sturen Schaf (Tierschauspiel erreicht in Lamb ohne Spaß neue Höhen) und Björn Hlynur Haraldsson’s (The Witcher) Tanzkünsten.  

Von einem waschechten Horrofilm zu reden, ist bei Lamb aber fehl am Platz. Wer sich auf Blut und Grusel einstellt, wird enttäuscht. Viel mehr lässt Jóhannsson alte Volksmärchen neu aufleben, die neben ihrer Mystik auch stets eine beinharte Botschaft im Gepäck mitführen. Drehbuchautor Sjón (Dancer in the Dark) – der auch das Skript zu Robbert Eggers kommenden Film The Northman verfasst hat – zeichnet die Geschichte eines im Leben erstarrten Paares, das durch die Wunder der Natur zu neuer Lebenslust gelangt als ebenso wortkarge wie bittersüße Metapher über das Loslassen von Geliebten sowie den Drang des Menschen Herrscher der Natur sein zu wollen. Passend dazu hüllt sich Lamb in entsättigte Farben, verzichtet in vielen Momenten auf verbale Exposition und lässt mehr die wuchtige Audiovisualität für sich sprechen. Im Großen und Ganzen geht das wunderbar auf – hier und da fühlt sich Jóhannssons Märchen aber auch etwas aufgesetzt an.

Als „A24 at it’s most A24” wurde Lamb bezeichnet. Und ja – Lamb gibt sich verdammt viel Mühe dieser Bezeichnung alle Ehre zu machen: Ob die (obsolet erscheinende) Einteilung der Geschichte in drei Kapitel oder die teils fast erzwungene Langatmigkeit mancher Szenen – Lamb hat all die Zutaten für eine emotional mitreißende Reise ins Ungewisse, bremst sich aber gerade bei seinen Höhepunkten immer wieder aus. „Bloß nicht Mainstream, bloß nicht zu emotional“, lautet die Devise Jóhannssons scheinbar. Und das ist schade, nimmt sich der der Film dadurch nämlich nicht nur den nötigen Einschlag am Ende, sondern auch die emotionale Tiefe, die die Prämisse auf dem Papier mitbringt.

Fazit

Als Metapher über den Umgang des Menschen mit der ihn umgebenden Natur und die harschen Konsequenzen des menschlichen Herrschaftsanspruches, funktioniert Lamb" vor allem auf audiovisueller Ebene: wunderschöne Landschaftsaufnahmen treffen eine dichte, mystische Atmosphäre, die vor dem Hintergrund Islands ihres Gleichen sucht. Leider bremst sich der Film gerade inhaltlich aber immer wieder aus, erzählt eine im Ansatz tief berührende Geschichte über das Eltern-Dasein, nimmt sich durch eine erzwungen wortkarge Inszenierung aber selbst den emotionalen Punch. Ein bisschen weniger „A24“ hätte Lamb" vielleicht gut getan.

Kritik: Thomas Söcker

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