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Wunderlich

Kritik von Wunderlich

Gesehen: April, 2014

Zwei eigentlich uralte und unumstößliche Gesetze der Filmindustrie müssen mittlerweile umgeschrieben werden: Reboots/Neuverfilmungen sind schlecht und der zweite Teil ist immer schlechter als der erste Teil! Das beides nicht mehr vollkommen stimmt haben bereits einige Filme bewiesen. Zum einen muss man nicht mehr Terminator 2 und Der Pate 2 als die Paradebeispiele für einen gelungen zweiten Teil nennen und kann seine These auch mit anderen Filmen untermauern. Diese Entwicklung hängt sicherlich mit der Langzeitplanung der Produzenten zusammen, die bereits beim ersten Film auf eine Trilogie planen und entsprechende Drehbücher anfordern. Zum anderen gibt es zudem zahlreiche Beispiele für eine gute Neuverfilmungen. Etwa die Batman-Reihe von Christopher Nolan, der neue Jams Bond Film mit Daniel Craig und, mit Abstrichen, die aktuellen Star Trek Filme. Auch The Amazing Spider-Man von Marc Webb erntete viel Lob und überragt die alten Teile von Sam Raimi inhaltlich und dramaturgisch locker. Mit The Amazing Spider-Man 2 gibt es natürlich eine Fortsetzung zum jungen Spinnenmann und obwohl man den ersten Teil nicht ganz überragt ist der Film auch diesmal wieder sehr gut geworden. Die Gefahr der Überfrachtung?   Ein Problem von manchen Superheldenfilmen ist oftmals die inhaltliche Überfrachtung. Beispielweise bei Iron Man 2 oder Spider-Man 3. Auch bei The Amazing Spider-Man 2 bestand nach den zahlreichen Trailern diese Gefahr, da es der Held wohl gleich mit drei Schurken zu tun bekommen würde. Jedoch wurde diese Konstellation sehr geschickt gelöst und man konzentriert sich mehr auf einen zentralen Bösewicht, während man ansonsten die Weichen für die nächsten Filme stellt. Natürlich bestünde auch hier die Gefahr, dass der Film zu einer bloßen Zwischenstation degradiert wird und einen unbefriedigenden Eindruck hinterlässt. Dies ist jedoch nicht der Fall. The Amazing Spider-Man 2 hat sowohl inhaltlich als auch dramaturgisch viel zu bieten. Kern der Geschichte ist die Beziehung zwischen Peter und Gwen. Diese Beziehung ist dabei ebenso erfrischend wie bodenständig. Denn statt künstlichen Szenen verhalten sich sowohl Peter als auch Gwen wie erwachsene Menschen, was ihre Handlungen nachvollziehbarer macht. Trotz der großen Screentime wirkt die Liebesgeschichte deshalb niemals überflüssig sondern könnte auch mühelos in eine romantischen Komödie platziert werden. Da die Enthüllung von Spider-Man gegenüber Gwen bereits im ersten Film stattfand gewinnt die Liebesgeschichte auch eine völlig neue Dynamik als in der Vorgängertrilogie. Dies liegt auch am wundervollen Zusammenspiel von Emma Stone und Andrew Garfield. Garfield mimt erneut den zornigen und rotzfrechen Lausbube, der sowohl mit arroganten Sprüchen als auch mit tiefen Gefühlen überzeugt. Garfield entwickelt seine Figur sehr subtil aber kraftvoll weiter und überzeugt besonders in Kombination mit Stone. Diese erweist sich erneut als ein großes Plus gegenüber der recht eindimensionalen Kirsten Dunst, wobei die Figur Gwen Stacy auch bedeutend besser geschrieben ist als Mary Jane. Einen spannenden Auftritt auch zudem Dane DeHaan der eine sehr eigene Interpretation von Harry Osborn bietet. Ob dieser besser oder schlechter ist als seinerzeit James Franco ist Geschmackssache. Da Harry Osborn jedoch diesmal deutlich schneller zum Unsympahten wird kann sich DeHaan auch entsprechend austoben. Viele Highlights Highlightcharakter hat hingegen Jamie Foxx als Max Dillon / Electro. Zunächst der unsichere und unsichtbare Sonderling, der eigentlich nur durch einen Unfall mutiert und nichts Böses will und später als monströser Electro. Foxx bringt die Figur dabei ungemein facettenreich auf die Leinwand und macht Dillons Motivation und Handlungen sehr plausibel. Selbstredened hat dieser auch furiose Actionmomente die entsprechend bombastisch ausfallen. Immerhin bietet ein fliegender und mit Blitzen schießender Superschurke enormes Zustörungspotenzial, welches auch entprechend auf die Leinwand transferiert wird. Der schauspielerisch beste Moment gebührt diesmal jedoch Sally Field die als Tante May eine sehr ergreifende Szene hat. Ganz ohne Fehler ist der Film jedoch auch nicht. So gibt es etwa Szenen in den man versucht die Spannung künstlich zu steigen. Beispielweise beim großen Finale oder der Eröffnungssequenz. Zudem sind die Szenenübergänge nicht immer sehr rund und die zeitliche Einordnung ist nicht immer sehr einleuchtend. The Amazing Spider-Man wirkte deshalb etwas runder als sein Nachfolger. Technisch bewegt sich der Film jedoch auf einen sehr hohen Ebene, was sich an den bombastischen Effekten und den rasanten Kamerafahrten ablesen lässt. Bemerkenswert ist auch das inszenatorische Repertoire über welches Regisseur Marc Webb verfügt. Besonders das erste Aufeinandertreffen von Spider-Man und Electro ist eine brillante Montage mit allen technischen Tricks. Webb ist definitiv ein sehr talentierte Regisseur und lässt in vielen Szenen seine Handschrift erkennen. Etwa bei den zahlreichen Raffungsszenen oder die feinen Übergänge von Bild und Ton. Allerdings konnte man dies auch bereits in Webb brillantem Erstling (500) Days of Summer bewundern. Ein emotionaler Kern inmitten von Bombast The Amazing Spider-Man 2 ist furioses Bombastkino mit einem emotionalen Kern. Neben sehr spektakulären und niemals ermüdenden Actionszenen kann der Film besonders mit der zentralen Liebesgeschichte punkte, die mutig fortgeführt wird. Allerdings kann man kleinere Schwächen ausmachen, die jedoch alle nicht besonders zentral sind und kein Hindernis für den Filmgenus sind. Es bleibt zudem zu hoffen, dass Marc Webb dem Franchise erhalten bleibt. Für die angekündigten Fortsetzungen und die Ableger Venom und The Sinister Six sind die Erwartungen jedenfalls nochmal gestiegt. Dafür sorgen allein die zahlreichen Anspielungen in The Amazing Spider-Man 2.

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