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Vitellone

Kritik von Vitellone

Gesehen: März, 2017

Wenn Werner Herzog etwas zu berichten hat, dann ist es stets lohnenswert, zuzuhören. Da stellt auch seine neueste Dokumentation Wovon träumt das Internet? keine Ausnahme dar. In fast schon etwas zu kurz geratenen 98 Minuten gibt der Filmemacher einen umfassenden Einblick in die Welt des Internets und schneidet zugleich verwandte Themenkomplexe wie Künstliche Intelligenz und Robotik an. Dabei ist es wohl am erstaunlichsten, dass Herzog auch für sich selbst das Neuland Internet erobert. Sein Blick gleicht stets dem eines ehrlich interessierten, aber dennoch sehr skeptischen Schülers, der aufgeschlossen, aber nicht zu euphorisch an das breite Themenfeld herantritt. Eingeteilt in diverse Unterkategorien ist es auch Herzogs subtile Manipulation, die ein ums andere Mal zum Tragen kommt und so diktiert er den Film von Beginn an. Wäre das Projekt bei anderen Filmemachern sicherlich zu einem sehr lustlosen Geschichtsbilderbuch verkommen, so kitzelt die eigensinnige Art des erprobten Regisseurs spürbar Potential aus der Thematik. Mit interessanten, exzentrischen und ehrlich offenen Fragen lockt er so manchen Interviewpartner aus der Reserve und beweist auch im Schnittraum ein deutliches Gespür dafür, dass nicht nur verbale Antworten, sondern vor allem Zögern, Schweigen, Gesten und anderweitige Reaktionen von Belang sind. Stellenweise wäre zwar eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem ein oder anderen Thema wünschenswert gewesen, doch letztlich liegt auch im kurzweiligen Anschneiden diverser Aspekte ein Reiz. Typisch Werner eben, denn man fühlt sich bereits gut aufgehoben, wenn zu Beginn seine markante Stimme aus dem Off ertönt und uns behutsam in die Thematik einführt.

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