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Quelle: themoviedb.org

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Der legendäre chinesische Krieger und Wolf Warrior Leng Feng verbringt seinen Ruhestand in Afrika, wo er sich auf der Suche nach den Mörder seiner Frau befindet. Eines Tages fällt das Land der Revolution zum Opfer, wobei ruchlose Söldner alles ins Chaos stürzen. Leng Feng muss erneut zur Waffe greifen, um Frieden und Gerechtigkeit zu bringen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Seit einigen Jahren gibt es vor allem zwei große Stoßrichtungen im chinesisches Kino: Das wären zum einen ausufernde, hoch budgetierte CGI-Fantasy-Epen mit reichlich Humoreinschlag (Xi you ji zhi nü er guo aka Monkey King 3, Monster Hunt 2, The Thousand Faces of Dunjia, Detective Dee: The Four Heavenly Kings) und militärische gradlinige wie harte Actioner, die zwischen Pathos, Patriotismus und Propaganda hin und herschwanken (Operation Red Sea, Operation Mekong). Besonders Wolf Warrior von Regisseur, Autor und Schauspieler Jing Wu (SPL: Sha po lang) wurde hier zum Sinnbild für einen Militarismus, der zum einen die chinesische Stärke als Land propagieren sollte, aber eben auch einen Heldentypus erschuf, der seinen amerikanischen Vorbildern in nichts nachsteht. Effizient, unnachgiebig, gehorsam und wie ein Herkules scheinbar unsterblich. Spätestens als Soldat Leng Feng im finsteren Wald gegen Wölfe zu Felde zieht (als Sinnbild für Stärke und Überlegenheit) wird die Absurdität des Films mehr als deutlich. Doch die Box-Office Ergebnisse waren bemerkenswert, sodass mit Wolf Warrior 2 (OT: Zhan lang II) die actionreiche Fortsetzung 2017 die Kinos stürmte. Und dies ist wörtlich gemeint, denn der Film rund um eine blutige Rebellion in Afrika konnte in China 867 Millionen US-Dollar einspielen (bei einem Budget von 30 Millionen US-Dollar).  

Entspricht das Ergebnis allerdings auch der Qualität? Nun, am ehesten lässt sich wohl der Vergleich zu Michael Bay ziehen: Am Ende Kracht und explodiert alles, aber eine Tiefe bleibt außen vor. Mehr noch: Wolf Warrior 2 ist das perfekte Beispiel dafür, wie die sonstigen US-Militär-Actioner gekonnt auf andere Länder übertragen werden können. So haben wir mit Leng Feng (eindrucksvoll und martialisch von Jing Wu gespielt), der dieses Mal in Ungnade gefallen ist, einen schillernden Helden ohne Schwächen, der sich mutig und hechtend durch ganze Gegnerscharen kämpft. Wir haben große Aufnahmen von chinesischen Kriegsschiffen und Soldaten, die immer wieder in die Szenerie eingebaut werden. Wir haben China als Helfer, Retter und großen Verbündeten, der am Ende sogar für einen kurzzeitigen Frieden sorgt (eine der banalsten Szenen des ganzen Filmes). Und wir haben eine fiktive afrikanische Gesellschaft, die in Krankheit, Wahnsinn und Rebellion untergeht. Was ist Wolf Warrior 2 damit? Ein gefährlicher Propaganda-Film? Nur zum Teil. Viel eher eine Mischung aus absoluten Pathos und einer gehörigen Priese Patriotismus. So gehen dieses Mal die Drehbuchautoren (unter anderem Jing Wu und Qun Dong) viel subtiler vor und bringen sogar kritische Töne in ihren sonst sehr stringenten Actioner hinein: Der gierige chinesische Fabrikbesitzer ist ebenso Teil der Geschichte wie chinesische Arbeiter, die sich der „afrikanischen“ Bevölkerung verpflichtet fühlen und sogar Familien gegründet haben.

Somit ist Wolf Warrior 2 deutlich ambivalenter und vielschichtiger als sein Vorgänger. Einen guten Film macht diese Tatsache aber noch nicht aus. Denn abgesehen von gehörig Klischees und sogar einigen Kitsch, ist es vor allem die Action die nicht immer überzeugen kann. So schwankt diese zwischen eindrucksvollen Gewaltorgien sowie übertriebenen wie banalen Shoutouts (inklusive Panzer-Action) hin und her. Hinzukommt oftmals doch sehr schlechtes CGI sowie CGI-Blut, was die Immersion immer wieder zerstört. Dennoch macht es am Ende doch einigen Spaß Jing Wu dabei zuzusehen, wie er sich zackig und brachial durch die Kulissen kämpft. Mehr bleibt aber eben nicht übrig. Die restliche Geschichte wirkt dann wie ein kleines Plädoyer für die Menschlichkeit sowie ein recht aufgezwungener Rache-Plot, der dann mit Frank Grillo als Big Daddy endet. Warum allerdings letzterer überhaupt in den Konflikt eingreift und was seine Motive sind, bleibt im Nebel der Explosionen und malerischen Szenerien verborgen. Schade, hier wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Zumindest die Outtakes am Ende sorgen für ein kleines Lächeln.

Fazit

"Wolf Warrior 2" ist das perfekte Beispiel dafür, wie typische amerikanische hochstylische Militär-Actioner mit anderen Ländern aussehen würden: Hier wird die chinesische Flagge zum Sinnbild für Frieden und eine Hoffnung, die wenig kritische Töne zulässt. Der Rest ergießt sich in Daueraction mit einem sehr guten Jing Wu, wobei jedoch eine gewisse Banalität und Absurdität nicht fernbleibt.

Kritik: Thomas Repenning

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