Wird geladen...

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Der 23-jährige Hossam tritt in Alexandria eine Arbeit in der Fabrik an, in der einen Monat zuvor sein Vater tödlich verunglückt ist. Der Arbeitsplatz wurde der Familie als Wiedergutmachung für den Tod des Vaters angeboten und soll das Familieneinkommen sichern. Hossams zwölfjähriger Bruder Maro will ihn unbedingt begleiten und droht damit, sich sonst etwas anzutun. Auf Drängen der Mutter nimmt Hossam ihn mit in die Fabrik. Maro verlässt die Schule und lernt die harte Welt der Kinderarbeit kennen. Hossam trägt nun die Verantwortung für seine behinderte Mutter und den jüngeren Bruder. In der Fabrik schließen die Brüder Bekanntschaft mit anderen Arbeitern, unter ihnen ist Mostafa, der eine Teilverantwortung für den Tod des Vaters trägt.

  • Qduzt2ga91rlnplqbpt5k2swiq5
  • Mmxqt9gzaqpkw7u4ovi69a0m9x3
  • Gmnammrg0tzqew52mhjcznglz8v
  • 7b63htturgkzo2dziqbekjgdrht
  • Fraxqdcgiyp00j9oyfitt7mwgtm
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die zentrale Frage Mohamed Rashdas (Little Eagles) ambitionierten Spielfilm-Debüts ist nicht allein die nach der Schuld am Tod des Vaters der jungen Protagonisten. Der rebellische Hossam (Adham Shoukry) und sein 12-jähriger Bruder Maro (Ziad Islam) wollen den Verantwortlichen für den angeblichen fatalen Unfall finden. Doch die Verantwortung gegenüber Maro und seiner kranken Mutter zwingt Hossam, die titelgebende Abfindung anzunehmen. Jene besteht ausgerechnet in der Übernahme der Arbeitsstelle, die durch den Todesfall freigeworden ist. 

Das Potenzial der auf wahren Ereignissen basierenden Story liegt in deren allegorischer Ebene. Die Fabrik, in der Hossam auf Drängen seiner Mutter (Hanadi Abdel Khalek) zu arbeiten beginnt, steht auch für ein unerbittliches Ausbeutungssystem. In dessen Getriebe sind die ungelernten Arbeitenden nur kleine Rädchen, die ausgetauscht werden, wenn sie nicht richtig spuren. Die Hinterbliebenen unter Druck zu setzen, hat die Fabrikleitung kaum nötig. Materielle Bedrängnis zwingt die Angehörigen, den perfiden Deal anzunehmen. 

Als dramaturgisches Gegengewicht zu diesen sozialpolitischen Elementen steht der semi-dokumentarische Realismus der spröden Inszenierung. Der Regisseur betont, wie wichtig es ihm war, sein selbstverfasstes Drehbuch mit echten Fabrikangestellten zu besetzen und die Hauptrollen an Newcomer zu vergeben. Die harsche Atmosphäre und profitiert von der Authentizität dieser Darstellungen und des realistischen Settings. Das Schauspiel indes wirkt mitunter unsicher und forciert, genau wie der konventionelle Soundtrack und das unentschlossene Ende des kantigen Thrillers. 

Fazit

6.0

Welchen Preis haben Vergeltung und Verlust? Welchen Wert hat ein Menschenleben in einem skrupellosen System? Die Konflikte, mit denen die jungen Hauptfiguren Mohamed Rashda ungeschliffenen Langfilm-Debüts ringen, sind ebenso universell wie tiefgreifend. Mit größtmöglicher Nähe zu den wahren Begebenheiten, die seinen forschen Gewissenskrimi anregten, eröffnet der ägyptische Filmemacher einen schnörkellosen Blick auf die untere Arbeiterklasse seiner Heimatstadt Alexandria. Trotz formalistischer Schwächen ein vielversprechendes Erstlingswerk, das interessanter ist als ein glattes Mainstream-Produkt.

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

Kommentare

@username #Filmtitel $Schauspieler :emoji
×