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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Gerne schaut die Kamera auf den Boden, auf Ackerfurchen, Wasserrinnen oder junge Pflanzen. Schwielige Hände säen, jäten und harken, gebückte Rücken pflücken, Gülle spritzt.

Kritik

Welche Schönheit im Schmucklosen liegen kann, welche Mühen das Einfache abverlangt, welchen Reichtum das Ursprüngliche birgt, dafür schärft Raul Domingues kontemplative Schaffenschronik den Blick eines Publikums, dem die darin studierten Arbeitsprozesse und deren Belohnung kaum ferner sein könnten. Andachtsvoll und wissbegierig verfolgt die Kamera des portugiesischen Regisseurs die Handgriffe der Menschen, die ihr Werk mit der konzentrierten Ruhe und Sicherheit jahrzehntelanger Erfahrung verrichten. Die Erde, die sie bestellen wollen, muss erst entwaldet und angelegt werden.

Das Bild einer Landwirtschaft frei von Hochtechnisierung, Hochleistung und hochgiftigen Pestiziden und Insektiziden wächst organisch gemeinsamen mit den Obstbäumen, die auf einem ehemaligen Waldstück gepflanzt und gezogen werden. Dabei beginnt die karge Doku noch vor dem ersten Schritt des eigentlichen Anbaus mit der Auswahl des Bodens, dessen Abgrenzung und Aufbereitung. Der Prozess und seine Materie ist das eigentliche Zentrum der Observation, die sich bisweilen verliert, abschweift zu üppigen Gräsern, einem Hund oder einem grasenden Pferd.

Menschen sind Nebenfiguren. Ratternde Maschinen kerben Furchen, Samen werden ausgestreut, Schuhe gebunden, Unkraut gejätet, Wasser geschöpft. Von kitschiger Verklärung, dem naiven Ideal des „einfachen Lebens“ distanziert sich das filmische Naturgemälde, das ohne Hintergrundkommentar und einordnende Texte allein durch Observation vermittelt. Die Beschwerlichkeit des Anbaus ist stets spürbar. Verhärmte Männer und Frauen verrichten ungeachtet ihres Alters die kraftzehrenden Aufgaben. Pausen sind kurz und rar. Der Lohn der Mühsal schmeckt man trotz seiner Süße eine Spur Bitterkeit.

Fazit

Ohne Musik und Dialoge ist Raul Domingues Komposition aus Landwirtschaftsfilm und Naturgemälde frugal wie das darin verrichtete Tagwerk. Respektvoll dokumentiert der Regisseur die Arbeitsschritte, die aus einem überwucherten Waldstück einen fruchtbaren Acker werden lassen und darauf wiederum einen Ertrag erzielen. Die naturalistische Schlichtheit der plastischen Bilder versteckt eine stille Symbolkraft. Details wie eine Blume am Wiesenrand oder Hände, die ein Orange schälen, werden zu Sinnbildern eines urwüchsigen Kreislaufs, an dessen Erhabenheit die filmische Ode erinnert.

Kritik: Lida Bach

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