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Aurea guckt Game of Thrones Staffel 5.2

von Sandra Scholz

Neue Woche, neue Folge Game of Thrones! Nachdem schon in der letzten Woche das obligatorische Einsammeln der Figuren auf dem Plan stand, wird auch in dieser Woche fleißig aufgeholt. Es gibt ein Wiedersehen mit neuen Leuten, alten Bekannten und alten Bekannten in neuen Gesichern. Brienne und Sansa/Littlefinger treffen aufeinander, Cersei versucht, ihre Position in Kings Landing zu festigen. Jon Snow bekommt Angebote, die er eigentlich nicht ablehnen kann. Und Jaime bekommt einen neuen Gefährten für einen weiteren Road Trip, denn Brienne ist ja nun leider beschäftigt. Aber was erzähle ich euch, wenn ihr hier mitlest, dann habt ihr die Folge schon gesehen. Oder ihr gehört zu dieser raren Sorte Menschen, die Spoiler toll finden.  Schauen wir also hinter die Kulissen dieser Folge und suchen nach dem großen Thema, welches alle Handlungsstränge dieses Mal verbindet.

Endlich bekommen wir Dorne zu sehen! Wer dort übrigens Urlaub machen will: Sevilla in Spanien ist eure Adresse. Ellaria ist aufgebracht wegen Oberyns Tod, doch Doran reagiert ruhig. Zu ruhig für die temperamentvolle Dame. Hier prallen Welten aufeinander. Ellaria ist scheinbar ein großer Anhänger der "Auge um Auge"-Bewegung, Doran verspürt sicherlich auch Trauer wegen seines Bruders Ableben, sinnt aber nicht nach Rache. Jedenfalls will er keine kleinen Mädchen zerstückelt mit der Post verschicken, was in dieser Welt schonmal sehr sympathisch ist. Man darf davon ausgehen, dass die Schlange mit der Löwenkette von Ellaria verschickt worden ist, oder vielleicht von einer von Oberyns Töchtern. Die wir noch kennenlernen werden, und ich bin schon verdammt gespannt darauf. Hier entsteht eine Dynamik, die sicherlich in dieser Staffel noch für Zündstoff sorgen wird. Und es ist prima, Alexander Siddig mal wieder in einer Serie zu sehen.

Wenden wir uns dem übergeordneten Thema für diese Folge zu. Was wird jetzt Briennes Aufgabe, wenn auch Sansa ihre Hilfe nicht will? Ohne Ziel wird klar, dass die Person, die bisher ihr Ziel darin fand, anderen zu dienen, sich um sich selbst kümmern muss. es ist Zeit für Brienne, sich eine neue Identität zu schaffen. Idetität als Thema zieht sich weiter durch diese Folge. Shireen wird durch ihre Krankheit von außen definiert. Gilly wird von außen darauf reduziert, ein Wildling zu sein. Beide sehen sich selbst anders, doch gegen die Zuschreibung von außerhalb kommen sie nicht an. Als Zuschauer wissen wir, was sich in Renlys Zelt zugetragen hat. Andere Figuren haben bereits Magie erlebt, doch für die meisten wirken Briennes Erklärungsversuche dann doch eine Spur zu abgedreht. Und so leidet auch sie unter diesen Zuschreibungen. Diese Selbstfindung, so esoterisch angehaucht das Ganze auch klingen mag, wird zum zentralen Bestandteil. 

Auch Arya muss diese Frage für sich lösen. Sie hat bereits viel erlebt, hatte viele Identitäten. Doch gerade wo sie dabei ist, herauszufinden wer Arya Stark wirklich ist, soll sie "niemand" werden? Und auch Jon geht einen ähnlichen Weg. Hin und her gerissen zwischen dem Bedürfnis, seinen gewünschten Familiennamen annehmen zu können und seinem Eid der Nachtwache gegenüber, entschließt er sich für letztere und wird am Ende zum Anführer gewählt. Aber wenigstens bekommt man als Zuschauer einmal das Gefühl, dass Jons Verhalten sich wirklich gelohnt hat, dass jemand seine guten Taten anerkennt. Also, jemand neben Stannis, versteht sich. Die Dynamik zwischen diesen beiden gefällt mir außerordentlich gut. Sicher, beide verfolgen ihre eigenen Ziele, aber sie respektieren sich. Und Stannis ist momentan die einzige Figur, die wirklich bemüht darum ist diese ganze Ungerechtigkeit, die seit der ersten Staffel herrscht, zu bekämpfen.

Die Frage nach der Identität stellt sich auch für Cersei und Jaime. Cersei wird von Kevan schnell als "Queen Mother" abgespeist, er sieht keinen Grund ihr zu trauen. Vermutlich hat er damit auch Recht, doch er bricht es zu banal einfach darauf herunter, dass es sich bei Cersei um eine Frau handelt. Kein Wunder ist sie wütend auf die Männer in ihrer Umgebung. Jaime wiederrum kann seiner Vaterrolle nicht nachkommen, da er nicht zu seinen Kindern stehen kann.

Und natürlich hat auch Danareys in dieser Woche wieder mit ihrer anhaltenden Krise als Herrscherin, die niemand wirklich will und die auch keinen richtigen Plan hat, zu kämpfen. Dazu kommt neues Wissen über ihren Vater und seinen Wahnsinn und die Frage, ob dieser Wahnsinn auch in ihr lauert. Doch betrachtet man dies aus einer anderen Perspektive, so herrscht sie über eine Stadt, die sich erst neu definieren muss. Nachdem alle alten Muster aufgebrochen wurden, müssen die Bürger von Meereen sich erst neu organisieren, einen Weg finden wie sie gemeinsam leben können. Es ist die gleiche Identitätskrise wie bei den anderen Figuren, nur auf einer viel, viel größeren Skala. Dany's Wiedersehen mit Drogon, dessen Anwesenheit sie spürt, bevor sie ihn zu sehen bekommt, macht dann klar, dass der Ankerpunkt ihrer Identität wohl eher nicht in der Herrschaft über Meereen liegt. Doch diese Idee fliegt mit weit gespannten, schwarzen Flügeln so schnell zurück in die Nacht, wie sie aufgetaucht ist.


Wahllose Gedanken zum Schluss:


Wie hat euch die Folge gefallen?

Wie auch schon letzte Woche findet ihr das komplette Recap, erweitert um eine kleine Inhaltsangabe und ein paar Buchspoiler, in meinem Blog.


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